Werkstätten des Wissens zwischen Renaissance und Aufklärung by Helmut Zedelmaier

By Helmut Zedelmaier

Suchmaschinen vermitteln uns im globalen Netz Informationen sekundenschnell. Wie wir Informationen suchen, wie wir lesen und das Gelesene verarbeiten, hat sich radikal verändert. Einem ebenso tiefgreifenden Wandel sind die Agenturen und Institutionen unterworfen, die Wissen aufbereiten, es in Bewegung setzen und verkaufen. Die Erfahrung von Veränderung schärft die historische Aufmerksamkeit für alltägliche Praktiken der Wissensproduktion, ihre historischen Kontexte und Transformationen. Helmut Zedelmaier untersucht Wissenspraktiken von Gelehrten zwischen Renaissance und Aufklärung. Welche Techniken und Methoden nutzten sie, um gesuchte Informationen zu finden? Wie haben sie ihr Wissen verwaltet und verarbeitet? Welche Kräfte und Kontexte bewirkten in diesem Zeitraum Veränderungen der Praktiken und Institutionen der Wissensproduktion? Heutige Visionäre digitaler Wissenswelten wollen uns davon überzeugen, dass wir uns in eine Gesellschaft hineinbewegen, in der immer mehr Menschen immer mehr wissen. Löst guy sich von der Fixierung auf das bloße Wachstum von Daten und deren digitale Verarbeitungsmöglichkeiten, zeigt sich die beschränkte Erklärungskraft von einfachen Fortschrittsgeschichten. Auch darum geht es dem Autor: um die historische Relativierung der viel beschworenen 'digitalen Revolution', die vieles von ihrem revolutionären Charakter verliert, lässt guy sich genauer auf die buchgestützte Welt und ihre Werkstätten ein. Wissen warfare damals und ist noch heute ein vermitteltes Produkt, das nicht einfach vorliegt, das sich nicht bloß aus Einsichten und Ideen ergibt. Wissen ist immer auch ein Produkt, das historisch wandelbaren Praktiken und Werkzeugen unterliegt, die eher anonym wirksam und deshalb schwer fassbar sind.

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Ethos und Pathos der Geisteswissenschaften: Konfigurationen by Ralf Klausnitzer,Carlos Spoerhase,Dirk Werle

By Ralf Klausnitzer,Carlos Spoerhase,Dirk Werle

Der vorliegende Band widmet sich der Frage, wie die in geisteswissenschaftlichen Texten propagierten Wissensansprüche nicht allein durch rein reason, logisch rekonstruierbare Argumentationsaufbauten vertreten und plausibilisiert, sondern auch durch soziale und rhetorische Strategien, nämlich durch die Erzeugung von Pathos und durch die Konstruktion unterschiedlicher Formen von wissenschaftlichem Ethos, befördert werden. Diese Strategien sind korreliert mit dem Aufbau von wissenschaftlichen Personae im textual content, deren Eigenarten und Funktionen durch literaturwissenschaftliche Textanalyse rekonstruierbar werden. Die Beiträge des Bandes lassen sich jedoch in erster Linie weniger von einem wissenschaftstheoretischen als vielmehr von einem wissenschaftshistorischen Interesse leiten: Sie leisten einen Beitrag zur historischen Epistemologie der Geisteswissenschaften. Gezeigt wird an exemplarischen Konstellationen, wie und warum es bei der Herausbildung und Durchsetzung moderner Geisteswissenschaften zur Herausbildung spezifischer Ethosformen sowie zum Einsatz pathetischer Redeweisen kam.



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Colleoni und Karl der Kühne: Mit Karl Bittmanns Vortrag by Werner Paravicini

By Werner Paravicini

Karl der Kühne, der große Herzog von Burgund, versuchte jahrelang, den berühmtesten Condottiere seiner Zeit in seinen Dienst zu ziehen. Colleoni zog aber nie über die Alpen, die Republik Venedig gab ihn nicht frei. Weshalb er überhaupt Burgunder sein wollte, lassen Dokumente in der Pariser Nationalbibliothek erahnen: Er hoffte mit Hilfe der Burgunder, Herr und Fürst über das zu der Zeit mit Frankreich verbündete Mailand zu werden. So entstand eine Interessengemeinschaft, die für Karl durchaus von Vorteil struggle. Dem Band ist ein bislang ungedruckter, höchst origineller Vortrag von Karl Bittmann aus dem Jahre 1957 beigegeben, der nichts von seiner Frische verloren hat.

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Hochkultur als Herrschaftselement (Reihe der Villa Vigoni) by Gabriele B. / Meriggi, Marco / König, Malte Clemens

By Gabriele B. / Meriggi, Marco / König, Malte Clemens

Researchers have lengthy debated which position the aristocracy performed in society, politics and the economic system throughout the nineteenth century. Did the aristocracy achieve staying “at the top”, or did it lose a growing number of floor to the rising bourgeoisie? The gathered essays during this quantity express that the Italian and German aristocracy certainly succeeded in conserving its impact and in holding its status and positions – essentially, yet no longer solely, within the sector of culture.

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Transformationen des Historischen: Geschichtserfahrung und by Dominik Fugger

By Dominik Fugger

Die Beiträger dieses Bandes möchten Geschichtsschreibung als erfahrungsbezogene und erfahrungsgenerierende Praxis am Beispiel von Ferdinand Gregorovius (1821-1891) verstehbar machen. Ausgangspunkt ist hierbei die individuelle Erfahrung von Geschichtlichkeit.
Gregorovius' unmittelbare, wenn auch sehr voraussetzungsreiche Anverwandlung der Geschichte bildet die erste der titelgebenden 'Transformationen des Historischen'. Ohne einen tieferen Blick auf die ideengeschichtlichen Bedingungen ist ein solches Geschichtserlebnis nicht zu verstehen. Soziale Wirksamkeit kann es nur in produktiver Umsetzung entfalten, denn nur auf diese Weise lässt es sich mitteilen. Dies ist die zweite Transformation des Historischen. Der Innovationsgrad der dadurch angeregten Werke, ihre Wahrnehmung durch die Zeitgenossen und ihre lebenspraktischen Folgen für den Geschichtsschreiber zeigen die kulturelle Bedeutung in der Zeit. Die folgenden Generationen können sich zu einem solchen Zugang ihrerseits nur historisch verhalten; um ihn erneut produktiv werden zu lassen, bedarf es weiterer Transformationen. Sie sind Gegenstand der Rezeptionsgeschichte. Die hier versammelten Beiträge widmen sich diesen Aspekten mit dem Ziel, einen Blick auf eine individuelle wie gesellschaftliche Funktion von Geschichte jenseits unmittelbarer diskursiver Inanspruchnahme freizugeben.

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Die Flucht vor dem Schwarzen Tod - Bewältigungsstrategien im by Stefan Denner

By Stefan Denner

Examensarbeit aus dem Jahr 2009 im Fachbereich Geschichte Europa - and. Länder - Mittelalter, Frühe Neuzeit, observe: 2,0, Universität Kassel (Fachbereich 05 Geschichte), Sprache: Deutsch, summary: Die Pest stellt einen der größten europäischen Erinnerungsorte dar. So verbindet guy seit Jahrhunderten mit dieser Seuche Leiden, Verzweiflung und ein einsames, qualvolles Sterben. Kein Bereich des menschlichen Lebens blieb von den Auswirkungen der Pest verschont.
Seuchen, welche der Schulmedizin ihre Grenzen zeigten, riefen immer wieder individuelle und kollektive Maßnahmen auf den Plan, die die Brüchigkeit rationaler Theorien aufzeigte.
Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit den Bewältigungsstrategien im Umgang mit der Großen Pest von 1348-1352. Dabei ist es notwendig, die komplexen Struktur- und Funktionszusammenhänge der spätmittelalterlichen Gesellschaft und ihrer Institutionen herauszuarbeiten. Zu Beginn der Arbeit wird auf die krisenhafte Entwicklung Europas im 14.Jahrhundert eingegangen, um die historischen Zusammenhänge zu verdeutlichen. Daran anschließend erfolgt eine Darstellung des medizinischen Bildes der Pest aus heutiger Sicht. Diese Erklärungen liegen darin begründet, dass ohne Kenntnis von Grundzügen der Seuchenlehre manche von zeitgenössischen Chronisten beschriebene Alltagsphänomene schwer zu verstehen sind.
Das Auftreten der Großen Pest sowie das damit verbundene Massensterben bisher unbekannten Ausmaßes riefen Ängste hervor, die sich im sozialen Verhalten der Menschen niederschlugen und bis in den religiösen Bereich ihre Spuren hinterließen. Es ist daher ein zentraler Bestandteil der Arbeit, die verschiedenen Facetten menschlicher Reaktionen zu beleuchten. Da das mittelalterliche Alltagsleben eng mit dem kirchlichen approach verflochten warfare, muss darüber hinaus die Stellung der Kirche und ihrer geistlichen Vertreter besonders ausführlich erörtert werden. Daran anschließend gilt es im weiteren Verlauf, die Verfolgungsphänomene gegen Randgruppen zu

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'Aber ich stelle doch nochmals einen neuen Kirchner auf': by Hyun Ae Lee

By Hyun Ae Lee

Ernst Ludwig Kirchner (1880-1938) gehört zu einem der meist untersuchten und ausgestellten deutschen Expressionisten. Die Kunstgeschichte tut sich jedoch mit seinem Davoser Spätwerk schwer. Nach wie vor ist der späte Kirchner, der sich mit einem jahrzehntelang auslaufenden Expressionismus nicht zufrieden gab, von Publikumsinteresse sowie Kunstkritik verweigert worden. Dieses Buch legt Kirchners unerwarteten Stilwechsel nach 1925 im Kontext der Kunstentwicklung der Zwischenkriegszeit dar. Es betrachtet sein eigenwilliges Projekt der Aufstellung des 'neuen Kirchners' als Ausgangspunkt der Problematik des Davoser Spätwerks. In der ausführlichen und informativen Zeittafel der Schweizer Jahre 1917 bis 1938 sind Zusammenhänge und parallele Ereignisse, chronologisch nach Monaten geordnet, übersichtlich erfasst. Dieses tabellarische Bezugssystem zeigt, dass Kirchner ferner von seinem Rückzugsort aus über das zeitgenössische Kunstgeschehen voll und ganz unterrichtet war.

Hyun Ae Lee, Dr. phil., geb. 1971, studierte Kunstgeschichte, Philosophie und Klassische Archäologie an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg/Deutschland. Während des Studiums und der promoting battle sie als Korrespondentin für die koreanische Kunstzeitschrift "Wolganmisool" tätig. Heute übt sie ihre Lehrtätigkeit an der Hong-Ik Universität in Seoul/Süd-Korea aus.

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Abenteuer und Anerkennung: Reisende und Gereiste in by Wolfgang Treue

By Wolfgang Treue

Das Erlebnis einer Reise hinterlässt Spuren, beim Reisenden wie auch bei der Gesellschaft, in die er zurückkehrt.
Anhand eines beeindruckenden Spektrums größtenteils kaum bekannter Reiseberichte, Autobiografien und Tagebücher entwirft der Band ein landscape über drei Jahrhunderte (1400-1700). Es reicht von den allgemeinen und persönlichen Voraussetzungen der Reisenden jener Zeit über die vielfältigen Aspekte von Fremdwahrnehmung und Reiseerfahrung bis hin zu deren Vermittlung im heimischen Umfeld.
Die Folgen der europäischen growth, das Eindringen des Fremden in die heimische Sphäre und die Konfrontation der Reisenden mit unbekannten Sitten und Phänomenen sowie deren Darstellung für die heimische Umgebung werden in anschaulicher und oft auch amüsanter Weise dargestellt.

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Romances of War: Die Erinnerung an die Revolutions- und by Lars Peters

By Lars Peters

Napoleon und Nelson, Wellington und Blücher, Trafalgar und Austerlitz - Personen und Orte, die im europäischen Gedächtnis für die napoleonische Epoche stehen. Wie wurden die Revolutions- und Napoleonischen Kriege in Großbritannien und Irland erinnert?
Neben mehr als 500 historischen Romanen bezieht Lars Peters u.a. auch Gedichte und Werke der Geschichtsschreibung in seine examine ein. Die Erinnerungen an diese Kriege trugen dazu bei, Engländer, Schotten und Waliser unter dem Dach einer britischen kingdom zu vereinen. In Irland hingegen blieb die Deutung der Ereignisse umstritten. Dem Land fehlt bis heute ein konfessionsübergreifender Gründungsmythos. Wer sich künftig mit dem Nachleben der napoleonischen Epoche im englischsprachigen Raum beschäftigt, kommt an diesem Buch nicht vorbei.

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Der charismatische Staat: Ursprünge und Frühformen by Stefan Breuer

By Stefan Breuer

Stefan Breuers hochgelehrtes Buch beschäftigt sich mit der Urfrage, wie Staaten entstanden sind, aus welchen Frühformen sich staatliche Herrschaft herausgebildet hat. Der ›charismatische Staat‹, den Breuer beschreibt, ist der Staat im frühesten Zustand seiner Entstehung. Von den ersten Stammesgesellschaften unterscheidet er sich dadurch, dass der König nicht mehr – wie der Häuptling – als Vertreter der Gemeinde gegenüber den Göttern handelt, sondern umgekehrt als Vertreter der Götter gegenüber der Gemeinde. Für seine große Synthese hat er Erkenntnisse der Ethnologie, Archäologie, Geschichte und Soziologie ausgewertet und zusammengetragen und exemplifiziert sein Stufenmodell an frühen Staaten Ozeaniens, Südamerikas, Chinas, Mesopotamiens, Ägyptens und der Ägäis. Die Wurzeln staatlicher company, der charismatische Staat, die sich evolutionär aus den Stammesgesellschaften entwickelten und durch religiöse Komponenten aufgeladen wurden, werden hier zu einem klaren Bild zusammengefügt.

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